Eigenheim finanzieren – gut begleitet durch alle Phasen
Lebensziel: Immobilie
Die Aussicht, im Alter mietfrei zu wohnen und Eigentum zu besitzen, gehört für viele Menschen zu den wichtigsten Lebenszielen. Laut einer Umfrage des Verbandes der Privaten Bausparkassen e. V. halten 84 Prozent der Befragten ein selbstbewohntes eigenes Haus oder eine selbstbewohnte eigene Wohnung für die ideale Form der Altersvorsorge.1 Auf den weiteren Plätzen folgen:
74 Prozent: Gesetzliche Rentenversicherung / Grundsicherung1
70 Prozent: Betriebliche Altersvorsorge1
70 Prozent: Einnahmen aus Haus- und Grundbesitz / Vermietung1
Über die rein finanziellen Aspekte hinaus hat das Leben in den eigenen vier Wänden auch einen emotionalen Wert. Um übereilten Entscheidungen vorzubeugen, bezüglich der Immobilie, den Kosten oder den eigenen finanziellen Möglichkeiten, braucht es ausreichend Vorlauf. Deshalb sollte die wahrscheinlich größte finanzielle Ausgabe im Leben, die Finanzierung einer Immobilie, gründlich durchdacht und durchgerechnet werden.
1 bausparkassen.de, „Rentendebatte verstärkt Vorsorgesparen – Wohneigentum genießt größtes Vertrauen“, 19.12.2025
Weg zum Eigenheim beginnt oft weit vor dem Kauf
Die wenigsten Menschen kaufen eine Immobilie spontan oder nach nur einer Besichtigung. Bei den meisten reift der Wunsch über Jahre. Deshalb sollte mit dem Ansparen von Eigenkapital frühzeitig begonnen werden. Mit beispielsweise monatlichen Sparzielen kann langfristig der Grundstock fürs Eigenheim aufgebaut werden.
Das hat zum einen den Vorteil, dass finanziell besser und realistischer geplant werden kann. Zum anderen kann es die Abhängigkeit von Krediten senken. Ein weiterer Vorteil von mehr Eigenkapital ist, dass der Zinssatz bei der Finanzierung in der Regel niedriger sein kann.
Das sind entsprechende Möglichkeiten vor dem Kauf, um ein Eigenheim zu finanzieren:
Eigenkapital als finanzielle Grundlage aufbauen.
Optionen wie beispielsweise gezielte Investments, Sparen über Tagesgeld oder Festgeld nutzen.
Bausparvorteile, wie zum Beispiel Zinssicherung oder Zugang zu staatlichen Förderungen, sichern.
Unser Tipp: Es braucht in der Regel eine gute Planung, um genügend Eigenkapital anzusparen. Denn nicht immer kann der Traum vom Eigenheim in Erfüllung gehen. Das zeigt ein Blick auf eine IVD-Studie. Laut dieser gaben beispielsweise 48 Prozent der Befragten an, dass es ihnen an Eigenkapital mangelt.2 40 Prozent gaben ein zu geringes Einkommen für eine entsprechende Kreditrate als Hinderungsgrund an.2
2 ivd.de, „Forsa-Umfrage: Zwei Drittel der Mieter wünschen sich eine eigene Wohnimmobilie“, 07.02.2025
Ehrliche Frage: Was kann ich mir leisten?
Um einzuschätzen, ob bzw. in welcher Größenordnung eine Immobilie individuell finanzierbar ist, sollten vorab folgende zwei Fragen ehrlich beantwortet werden:
Wie viel Eigenkapital kann im vorgesehenen Zeitraum aufgebaut werden?
Welche monatlichen Raten sind später für die Tilgung des Immobilienkredits leistbar?
Weitere wichtige Punkte, die vorab geklärt werden sollten, sind unter anderem:
Einnahmen, Ausgaben sowie verfügbares Budget und finanzielle Spielräume realistisch einschätzen
Finanzielle Tragfähigkeit eines künftigen Kredits prüfen
Finanzierungsfahrplan zur Orientierung und Machbarkeit entwickeln
Bei einer Immobilienfinanzierung kann schnell der Überblick verloren gehen. Daher ist es ratsam, auf die Expertise von erfahrenen Finanzcoaches zu setzen. Denn eine persönliche Betreuung sowie Ausarbeitung von individuellen Präferenzen kann sinnvoll sein.
Unser Tipp: Unser Prozess ImmoSmart begleitet Schritt für Schritt bei der Immobilienfinanzierung. Angefangen bei einem persönlichen Finanzierungsbeispiel, dem QuickCheck, über die Erfassung aller notwendigen Angaben und Auswahl eines passenden Finanzierungsangebots bis hin zur Ab- und Zinssicherung ist an das Wichtigste bereits gedacht.
Möglichkeiten nach dem Kauf: Modernisierung und Rücklagen
Bei Neubauten geht es oft um Feinschliff, bei älteren Gebäuden können früher oder später umfangreichere Modernisierungen oder Sanierungen nötig werden. Unabhängig von Neu- oder Altbau sollten energetische Maßnahmen wie beispielsweise eine Photovoltaikanlage beachtet werden. Immobilienbesitzer werden zudem mit wichtigen Entscheidungen konfrontiert, wenn sich die Lebenssituation ändert, beispielsweise durch den Auszug des Nachwuchses oder freies Kapital, das Um- und Anbauten ermöglicht.
Dabei sollten unter anderem folgende Punkte berücksichtigt werden:
Modernisierung
Um- und Anbauten
energetische Sanierung (Photovoltaik, Wärmepumpe, Dämmung etc.)
Unser Tipp: Als Puffer für unerwartete Kosten empfiehlt es sich, monatlich 1 bis 2 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche als finanzielle Rücklage zu bilden. Die Untergrenze gilt für Neubauten, für ältere Gebäude ist der Bedarf deutlich höher.3
3 techem.com, „Die Instandhaltungsrücklage berechnen“, 24.07.2023
Alternativen nach dem Kauf: Nachlass regeln und Nutzungsalternativen
Wer Platz hat oder ein zusätzliches Einkommen generieren möchte, kann über eine (teilweise) Vermietung nachdenken – oder ggf. die Immobilie gleich ganz verkaufen und die freiwerdenden Mittel neu investieren. Damit würden sich neue Aspekte ergeben:
Frühzeitige Regelung des Nachlasses
Verkaufen, um das in der Immobilie gebundene Kapital zu nutzen, um die Rente aufzubessern oder Pflegekosten zu decken
Verkaufen, um in neue Projekte oder persönliche Wünsche zu investieren